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Bild des Durchgangs

Der Durchgang der alten Kirche

xxx Bis zum Jahre 1858 befand sich vor der Durchgangshalle der alten Kirche als Eingang/Ausgang zum Friedhof ein aus Bruchsteinen errichteter romanischer Torbogen, in welchem seit 1820 ein hölzernes, zweiflügeliges, verschließbares Tor angebracht war, das jeden Abend vom Küster abgeschlossen wurde. Dieses Tor und der Bogen wurden 1858 wegen Baufälligkeit entfernt. Bei dieser Gelegenheit beseitigte man auch zwei Stufen, welche von der Kirchgasse zu der höher gelegenen Fläche führten. Mit dem Schutt wurde der tiefer liegende Teil der Kirchgasse ausgefüllt. Hinter dem Tor nach der Kirche zu befand sich in früherer Zeit ein eiserner Rost, der die Funktion hatte, das Vieh vom Friedhof fernzuhalten. 1881 errichtete man aus Backsteinen einen neugotischen Bogen. Die Toten der Gemeinde Lykershausen brachte man, solange man keinen eigenen Friedhof besaß, nach Kamp, wo sie am Eingang der Kirchgasse abgestellt und von dort von dem Geistlichen mit dem Kreuz abgeholt wurden, nachdem sie vorher eingesegnet worden waren. In der Vorhalle wurden in den Jahren 1800-1817 die Pfarrer Petrus Kühn II und Bogner, der Ordensgeistliche Vogel, der Bornhofener Kapuzinerpater Faustin und die Klosterschwester Maria Thecla Berg († 3.7.1814) beerdigt. Daneben diente die Vorhalle als Aufbewahrungsort für die Totenbahre (tumba) , als Einsegnungsort für Kinderleichen sowie für den Kräutersegen und die Armenspende.

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xxx Schon in den Jahren 1833-1836 waren seitens des Kirchenrats Schröder und des Kamper Kirchenvorstandes Bestrebungen vorhanden, die im Verhältnis zu der gestiegenen Bevölkerung zu klein gewordene Kirche durch einen Neubau zu ersetzen. Allerdings scheiterte das Projekt trotz der von Schröder aufgelisteten Mängel an der Finanzierungsfrage:

„Von der Ost-, Süd- und Westseite durch naheliegende hohe Gebäude im steten Schatten und nach Norden hin 6 Schuh (1,80 m) tief in die Erde gebaut, ist die Pfarrkirche zu Camp der Gesundheit äußerst nachteilig. Es wird fast kein Gottesdienst darin abgehalten, wo nicht Leute, selbst die kräftigsten, ohnmächtig zu Boden stürzen. Ein Grund, dass ein Viertel der Kirchengemeinde sowohl freiwillig als auf Anratung der Ärzte dem Gottesdienst nie beiwohnt. Überdies ist die Kirche um 2/3 zu klein. Viele der Kirchenglieder stehen deshalb während dem Hauptgottesdienste vor den Kirchentüren, wohin aber die Stimme des Predigers, wie laut sie auch sei, nicht dringt, denn die vielen Wölbungen und feuchten Wände und Ecken verschlingen allen Ton. Manche hält die nämliche Ursache in jener Zeit zu Hause. Die Kirchengemeinde durch Un- und Aberglauben, Sittenlosigkeit, ja große Laster berüchtigt, darf auf ihren Tempel weisen, auf dessen kleinen Raum und ungesunde Lage; sie findet hier eine große, nicht die ganze Entschuldigung. Denn von hier aus kann der Unwissenheit in der Religion, dieser Mutter unzähligen Bösen, nicht hinreichend entgegengearbeitet werden: es bemühe sich der Prediger noch so sehr, das Licht seiner Lehren leuchtet auf zu wenige Geister“.

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xxx Auch die Pfarrchronik von 1919 nimmt sich rückblickend des Themas noch einmal an:

„Der Neubau einer größeren Pfarrkirche war ein unabweisbares Bedürfnis seit langer Zeit, denn die Bänke im Schiff boten nicht einmal Platz für alle Schulkinder. Von vielen Plätzen in der Kirche konnte man den Altar und die Kanzel nicht sehen. Infolge dessen herrschte häufig die größte Unruhe in der Kirche. Die Burschen störten den Gottesdienst oft durch Sprechen und Unterhalten. Es kam vor, dass die Burschen die Taschen voll Aprikosen mit in die Kirche nahmen, während des Gottesdienstes sie aßen und die Mädchen mit den Steinen bewarfen. Alles Mahnen, Bitten und Weinen des Pfarrers Endres half nichts. Eine Vergrößerung der Kirche war aus technischen Gründen unmöglich, und es war auch wünschenswert, dass die neue Kirche nicht ganz am Ende des Dorfes und auch bei dem Pfarrhaus lag. Trotz des schreienden Missstandes der alten Kirche hatte man nicht daran gedacht, irgendeinen Baufond anzusammeln, ja während des Kulturkampfes opferte man 21.000 Mark zum Neubau eines Turmes an der alten Kirche. Es ist ein unauslöschliches Verdiens, das sich Pfarrer Dr. Rentz durch den Bau einer neuen prächtigen Kirche erworben hat. Schon in der ersten von ihm abgehaltenen Sitzung des Kirchenvorstandes erklärte er, dass binnen zweier Jahre eine neue Kirche gebaut werden müsse."

alte Zeichnung

Kirche und Wörthscher Hof 1840. Zeichnung v. Heinrich Funk.

Recherche: Atelier Hans Querbach

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