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Ritter- Knight

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xxx Gekennzeichnet waren sie durch theatralische, nächtliche Bußprozes-sionen bei Fackelschein mit Geißelungen, pomphafte Kinderkommunionen, öffentliche Schau-Versöhnungsakte auf der Bühne, Selbstgeißelung der Missionare während der Predigt und ähnliche Aktionen, die unmittelbar die Emotionen der Beteiligten ansprechen sollten. Solche Missionen, die großen Zulauf erhielten, fanden 1722 und 1724 auch in Boppard und Kamp statt. Allerdings gerieten die Missionen schnell ins Kreuzfeuer der Kritik höherer kirchlicher Kreise, als die öffentlichen Selbstgeißelungen mancher Missionare immer exzessivere Formen annahmen und der Verdacht aufkam, dass viele Zuschauer mehr aus Sensationslust als aus frommen Motiven an den Veranstaltungen teilnahmen . Vor 1769 pilgerten die Bürger der Gemeinde Kamp um das Fest Mariä Geburt nach Notgottes. Religiosität ist bekanntlich nicht messbar, da es auf die innere Einstellung, nicht aber auf ein nach außen sichtbares Frömmlertum ankommt. Trotzdem offenbart die nachfolgende Zusammenstellung des jährlichen Kommunionempfangs in der Pfarrgemeinde Kamp einen Einstellungswandel der Christgläubigen: In der Zeit des Kulturkampfes zeichnete sich die katholische Pfarrgemeinde Kamp durch religiöse Toleranz aus:

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xxx Camp. Ein ergreifendes Bild confessionellen Friedens in einer Zeit, die von manchen bedauernswerten Streitigkeiten zu erzählen weiß, bot am 12. Januar diesen Jahres in Camp die Beerdigung eines Mennoniten (Wiedertäufers), der Sohn des Ökonom auf Hof Marienberg. Der katholische Friedhof war bereitwilligst zur Verfügung gestellt worden, und unter der sehr großen Menge Teilnehmer meist katholischen Bekenntnisses folgten die katholischen Schulen von Camp und ein aus katholischen Männern, Frauen und Jungfrauen bestehender kirchlicher Sängerchor dem Sarge, während vom Thurm der katholischen Kirche herab die Glocken läuteten. Mit Recht zollte daher Pfarrer Billau aus Neuwied, welcher die Grabrede hielt, solcher Einheit im Geiste durch das „Band des Friedens“, die auf das segensreiche Wirken des katholischen Seelsorgers der Gemeinde Camp schließen lasse, vollste Anerkennung. Bopparder Zeitung Nr. 11 v. 6. 2. 1878

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historische Plaene

Grundriss nach F. Luthmer Der 1879/80 errichtete neuromanische Turm
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xxx Die Vorliebe für die Verehrung des hl. Nikolaus von Myra brachte Kaiser Ottos II. Gemahlin Theophanu, eine byzantinische Prinzessin, aus ihrer Heimat, wo die oströmische Kaiserresidenz Konstantinopel neben Myra Mittelpunkt des Nikolauskultes war, mit ins Heilige Römische Reich deutscher Nation. Aber erst seit 1087, nachdem die Reliquien des Heiligen nach Bari in Unteritalien überführt worden waren, setzte eine allgemeine Verehrung als Patron von Kirchen ein. Nikolaus ist der Patron der Schiffer, Fischer, Kaufleute, Bäcker, der Reisenden, der Schüler und vieler anderer mehr. Außerdem ist er einer der 14 Nothelfer. Schon im 8. Jahrhundert ist im Abendland unter dem Einfluss der Benediktiner eine besondere Verehrung dieses Heiligen nachweisbar. Da die Benediktiner des von Prüm abhängigen Stiftes St. Goar vielleicht schon vor 949 und die der Abtei St. Pantaleon zu Köln seit der Wende des 11. Jahrhunderts in Kamp begütert waren, liegt es nahe, dass durch sie in Kamp die Verehrung des hl. Nikolaus Fuß fasste, zumal in Kamp die oben angeführten Berufe schon im Mittelalter häufig vertreten waren.

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xxx Die Kamper Kirche wird 1110 und 1251 als ecclesia und nicht als parochia (Pfarrkirche) bezeichnet, womit feststeht, dass hier nur ausnahmsweise Gottesdienst abgehalten und Sakramente gespendet wurden. Zur Erfüllung ihrer religiösen Pflichten wie Osterbeichte, Osterkommunion, Taufe, Eheschließung und Sendgericht musste die Bevölkerung jedesmal nach Boppard übersetzen und die Pfarrkirche St. Severus aufsuchen. Die Taxa generalis des Trierer Erzbischofs Balduin von Luxemburg um das Jahr 1330 erwähnt neben dem Hauptaltar, der Johannes dem Täufer geweiht war, noch den Kreuz-, Marien-, Bartholomäus- und Peteraltar, nicht aber das Patrozinium. Es findet 1436 333 , anlässlich einer Auseinandersetzung der Pfarrei Kamp mit dem St. Martinstift zu Worms erstmals Erwähnung. Allerdings weist die Inschrift auf der aus dem 14. Jahrhundert stammenden größten Glocke der alten Kirche (SANCTUS NICHOLAUS) auf ein höheres Alter des Nikolaus-Patroziniums hin.

Recherche: Atelier Hans Querbach

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