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Die alte Pfarrkirche Ende des 18. Jahrhunderts.
Aus der Schenkung von Zehntrechten rechts des Rheins außer dem Weinzehnten, die der Propst von St. Martin in Worms bereits im Jahre 1110 seinem Wormser Kapitel gemacht hatte, leitete das Kapitel später Patronatsrechte über die Kirche in Kamp ab. Der Propst setzte 1311 sein Recht der Stellenbesetzung für Kamp durch. Dieses Recht ging mit der Wormser Propstei 1521 an den Erzbischof von Trier über, der als Propst von Boppard 1550 die Pfarrkirche in Kamp mit dem Kölner Kleriker Johann Bertsgin besetzte. Das Einspruchsrecht des Kapitels von St. Martin in Worms in seiner Eigenschaft als Mitzehntherr, vom Trierer Erzbischof 1539 zugestanden, nachdem das Kapitel sein Recht der Stellenbesetzung grundsätzlich anerkannt hatte, wuchs sich bis zur Visitation von 1657 zu einer abwechselnd ausgeübten Präsentation durch den Erzbischof, den Ortsadel und die Gemeinde Kamp aus. Alle Gemeindemitglieder waren fest in die katholische Kirche eingebunden, denn es gab bis ins 19. Jahrhundert keine Andersgläubigen, da seit dem Augsburger
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Religionsfrieden von 1555 die Religionszugehörigkeit des jeweiligen Landesherren für die Untertanen bindend war (cuius regio, eius religio). Der Pfarrer war der wichtigste Mann am Ort, nicht zuletzt aufgrund seiner Bildung. Ihm oblagen die standesamtlichen Aufgaben und die Bekanntgabe (ex cathedra) obrigkeitlicher Anordnungen. Er beaufsichtigte Schuljugend und Schullehrer gleichermaßen und nahm die Frühjahrsprüfungen der Entlassschüler vor. Die Kinder wurden am 2. Tag getauft, auch die der Filialisten aus Lykershausen, Kamperhausen, Hasenhof, Steiningen und Liebenstein. Erstbeichte und Kommunion erfolgten mit dem 7. Lebensjahr. Die Brautleute wurden nach einem Examen und dreimaliger Verkündigung von der Kanzel getraut. Die Bau- und Kirchenmeister verwalteten die kirchlichen Einkünfte (fabrica ecclesiae) , über die sie jährlich eine Rechnung vorzulegen hatten. Männer und Frauen hatten in der Kirche getrennte Plätze, die man sich für einen bestimmten Geldbetrag lebenslang sichern konnte.
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Die letzte kurtrierische Visitation von 1787 zeitigte folgende Ergebnisse: Es sind 650 Kommunikanten am Ort, die alle Ostern gehalten haben. An Christi Himmelfahrt wird eine Prozession mit Stationen gehalten. Am Mittwoch in der Kreuzwoche geht eine Prozession in Richtung Osterspai. Unterwegs wird an einer sicheren Station Brot und Käse in ganz kleinen Stücken geschnitten ausgeteilt, die die Hofleute von Kamperhausen geben müssen. Das ewige Licht wird von der Gemeinde unterhalten, die an 20 l Öl, das aus Nüssen gewonnen wurde, liefert. Von sensationellen kirchlichen Ereignisse ist ebenfalls zu berichten: 1719 führte die Trierer Volksmission die Methode des italienischen Jesuiten Paul Segneri ein, die das Ziel hatte, Missionen noch mehr Öffentlichkeitswirk-samkeit zu verleihen, in dem man sie zu einem eindrucksvollen Spektakel ausgestaltete. Die Missionen dauerten nun an einem Ort acht bis vierzehn Tage und fanden unter freiem Himmel vor vielen tausend Menschen statt, die aus der ganzen Gegend prozessionsweise herangeführt wurden.
Recherche: Atelier Hans Querbach
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